Der passende Raum für das Home Fotostudio

Das wichtigste zu aller erst, die Raumgröße

Wenn Du zu Hause ein Fotostudio aufbauen möchtest, solltest Du Dir einem bewusst sein: Du brauchst einen großen Raum! Besonders, wenn Du Ganzkörperportraits ohne (viel) Photoshop-Retusche machen möchtest! Doch wie groß ist groß?

Die richtige Größe des Raumes für ein Home Fotostudio

Für Portraits solltest Du immer mindestens ein 50mm Objektiv benutzen, damit durch die geringere Objektivverzeichnung die Menschen noch möglichst originalgetreu abgebildet werden! Hier ist ein Beispiel dafür, wie hässlich ein Model werden kann, wenn es mit einem Objektiv < 50mm fotografiert wird.


Damit Du aber mit einem 50mm Objektiv auf Vollkörperportraits gut arbeiten kannst, brauchst Du idealerweise einen Raum, der in etwa 8-9m lang, 5m breit und 3,50m hoch ist! In der Höhe solltest Du bedenken, dass das Hintergrundsystem noch etwas Platz benötigt.
Da jedoch kaum jemand einen solch langen Raum zur Verfügung hat, muss man sich eben mit Einschränkungen begnügen! So wie auch ich! Mein Partykeller ist gerade mal 5,20m lang, 4m breit und 2,60m hoch. Das ist laut vielen Stimmen in diversen Foren auch das absolute Mindestmaß für ein Fotostudio zu hause!

Möglichkeiten in einem kleinen Studio

Doch was kann ich in einem solchen „kleinen“ Raum als Fotostudio zu Hause anfangen? Hier ein Beispiel: Wenn ich hier als Model 1m Abstand vom Hintergrund lasse, schauen die Aufnahmemöglichekeiten in einem Raum 5,20m x 4m x 2,60 wie folgt aus:

perfekte Länge für ein Raum für ein DIY Home Foto Studio

So schauen die Fotos aus bei einer Raum-Länge von 5,20m

Es ist deutlich zu erkennen, dass echte Vollkörperportraits in einem solchen Raum nur mit 24mm machbar sind. Selbst bei 35mm sind die Beine schon abgeschnitten.

Wenn ich jetzt noch einen Hintergrund dazwischen schieben muss, komme ich als Model nochmals mindestens 50cm näher zur Kamera:

partyraum-als-fotostudio-zu-hause

So schauen die Fotos aus bei einer Raum-Länge von 5,20m

Ich muss also von meiner Anforderung zur Tauglichkeit zum Vollkörperportrait entweder ganz weichen oder mich mit 24mm begnügen und mit Photoshop teils den Bereich über dem Kopf retuschieren!

Weitere Anforderungen an den Raum

Im Haus kommst Du schnell auf die Idee — wie ich — den Partyraum für das Home Fotostudio zu nutzen. Warum? Der Raum ist meist vergleichbar einer der größten Räume im Haus, wird relativ selten genutzt und dennoch entweder gar nicht oder nur wenig vollgestellt. Du kannst Dein Zeug auch mal eine Woche stehen lassen, ohne dass es ständig im Weg ist oder das Wohnzimmer verbarrikadiert.

Keine Zitterpartie

Da der Partyraum meistens im Keller ist, solltest Du an eine Heizung denken, damit das Shooting für Dich und vor allem für das (die) Modell(e) nicht zur reinsten Zitterpartie im Winter wird! ungeheizte Kellerräume eignen sich also nicht für Fotostudios, denn ich möchte ja gerade im Winter ein Studio haben, wenn es draußen kalt ist und ich wenig bis keine Fotos Outdoor machen kann.

Reflektionen

Immer wieder gern vergessen wird der Aspekt der Reflektionen von Wänden, Decken und Boden. In einem professionellen Studio sind Wände, Decken und Böden meisten schwarz oder zumindest dunkel gehalten, damit die Lichtführung wirklich nur über die Lichtquellen selbst gesetzt werden kann. Hast Du helle Wände, Decken oder Böden passiert es schnell, dass Du ungewollt ein viel weicheres Licht bekommst und bspw. Low-Key Aufnahmen gar nicht machen kannst!

Tageslichteinfall

Ausleuchtung mit Blitzen

Wenn Du vorhast dein Set mit einer Blitzanlage oder zumindest einem Blitz auszuleuchten, brauchst Du dich um den Tageslichteinfall nicht zu kümmern. Das Blitzlicht überblendet jegliche störende konstante Lichtquellen. Als Beweis nehme ich immer wieder gern das Einstellicht einer Blitzanlage. Dieses wird ja auch nicht vor dem eigentlichen Blitz abgeschaltet und stört dennoch nicht – weder im Farbspektrum, noch in der Ausleuchtung.

Ausleuchtung mit konstanten Lichtquellen

Wenn Du jedoch vorhast, Dein Set mit Baustrahlern oder anderen konstanten Lichtquellen zu beleuchten, solltest Du dafür sorgen, dass der Raum so abgedunkelt werden kann, dass kein störendes Tageslicht eintreten kann. Es sorgt nur für eine von Dir nicht kontrollierbare Ausleuchtung und vorallem für eine Farbmischung der verschiedenen Lichtfarben von Tageslicht und Deinen Lichtquellen. Das gilt übrigens für alle Arten von Lampen (abgesehen von professionellen Filmleuchten, die ein Filmteam draußen verwenden kann) – also auch für sogenannte Tageslichtlampen oder Leuchtstoffröhren!

» Read this article in english

Eine Fotografie ist ein Monolog ohne Worte…
Wenn Sie nichts zu erzählen hat, dann ist sie einfach langweilig.

2 Kommentare

  1. Daniel

    Hallo zusammen, wollte mich mal eben bei euch bedanekn , dass ihr so einen tolen blog veröffentlicht habt, habe auch vor unteranderem mit meiner Freundin zuhause ein paar halbwegs profissionelle bilder zu shooten und habe daher viel wichtges erfahren können, Danke dafür LG Dani

  2. Hey super Tipps und sehr gut beschrieben! Es sind meist ne Menge Kleinigkeiten die ein Bild besser machen! Daher ist so eine Checkliste an Punkten sehr gut. Danke

Schreibe eine Antwort