Das Recht am eigenen Bild für Kinder

Bilder der Neugeborenen / Kinder ins Netz ja oder nein?

Kinder-FotorechtDass man nicht jedes Bild der Öffentlichkeit zugänglich machen darf, ist hinlänglich bekannt.

Im Hinblick auf den Fall, bei dem ein nichtehelicher Vater mehrere Fotos seines minderjährigen Kindes aufgenommen und diese im Social Network hochgeladen hatte, ohne Erlaubnis der sorgeberechtigten Mutter, ist die Lage auch klar.

Doch wie sieht es aus, wenn man selber Sorgeberechtigte/r ist? Denken wir zurück an unsere eigene Kindheit, so wird uns bewusst, dass unsere Kinderfotos hauptsächlich an einem Ort aufbewahrt wurden: dem Familienalbum. Das ist auch gut so – wird sich mancher denken! Einige schönere Exemplare schmückten evt. noch den Kaminsims oder die Wand des Wohnzimmers. Niemand, außer nahe Verwandte und gute Freunde der Familie, nahmen überhaupt Notiz von solchen Fotos, von denen manche mehr, andere jedoch weniger gelungen waren.

Digitales Fotozeitalter und die Dezimierung des Privaten

Heutzutage, im Zeitalter der digitalen Fotografie, in der man keinen Film mehr entwickeln lassen muss, wird eine höhere Anzahl von Bildern geknipst. Und was eignet sich als Motiv besser als der eigene kleine Nachwuchs?

Da die digitale Fotografie günstiger ist als die damalige analoge Fotografie, wächst das Bedürfnis, jeden schönen Moment festzuhalten. Doch damit nicht genug: Hat man denn nun neue schöne Momente einfangen können, möchte man diese auch gewürdigt wissen und mit anderen teilen. Das gelingt kaum mit einem herkömmlichen Album, denn viel einfacher und kostengünstiger kann man sie über das Internet verbreiten.

Dürfen Eltern die Fotos ihrer Kids auf Social Networks posten?

Doch was ist eigentlich, wenn aus dem kleinen Wonneproppen ein junger Erwachsener geworden ist, der sich seiner Kinderfotos schämt? Wer hat dann welche Rechte? Die Sorgeberechtigen? Oder die fotografierte Person? Wie seht ihr das?

Kommentar des Admins

Es ist eine wirklich interessante Frage, da gerade in Bezug auf Facebook & Instagramm die Abgabe der Rechte an Dritte nicht ausgeschlossen wird. Kinder können auf jeden Fall in ihrem zarten Alter noch nicht selbst entscheiden, ob sie ihre Fotos irgendwo sehen wollen oder nicht – weil es ihnen in dem Alter schlichtweg egal ist ob das Foto irgendwo online ist oder nicht. Es kann die möglichen Folgen gar nicht abschätzen.

Die ehrlichste Antwort darauf wäre, gar keine Kinderfotos jemals irgendwo online zu publizieren. Oder zumindest nur solche, die denen entsprächen, die auch in einem Fotostudio beim Fotografen gemacht worden wären – Sonntagsfotos halt.

Wie seht ihr das?

23 Kommentare

  1. Miss Madera

    Solange das Kind nicht auf irgendeine Weise dargestellt wird, daß es anstößig sein könnte, finde ich die Diskussion für Erbsenzählerei und schließe mich @Lieschen an.

    Das mit Facebook ist natürlich so eine Sache. Aber auch da finde ich, daß wenn man die Fotos nur einem bestimmten Kreis teilt hier nichts verkehrtes passiert.

  2. Milly

    Die Frage stelle ich mir gar nicht. Ich mache es einfach nicht. Die Kinderfotos haben keinen im Netz zu interessieren! Wer mein Baby sehen will soll gefälligst zu mir kommen und dann schauen wir zusammen ins digitale Album!

  3. Einmal habe ich sogar die Ultraschall Bilder eines Babys im Netz gesehen. Das finde ich, geht zu weit. Unsere Kinder sollten später selbst bestimmen können, welche Fotos im Netz verewig werden. Deshalb gilt für mich auch, keine Kinderfotos in sozialen Netzwerken oder anderen öffentlich zugänglichen Bereichen. Ich hänge meine Kinderfotos ja auch nicht bei EDEKA an die Pinnwand.

  4. Scoke

    Was hat denn eine private Facebook Gruppe mit einer Edeka Pinnwand zu tun?

  5. @Scoke Dass Facebook rein theoretisch die Fotos für jeglichen anderen Zweck verwenden kann?!?! Beim Hochladen eines Bildes trittst Du nämlich jegliches Nutzungsrecht an Facebook ab!

  6. Skoke

    Aber doch nicht, wenn ich das Bild privat nur an meine Freunde poste

  7. Wie bereits in meinem Kommentar oben geschrieben empfinde ich das posten von qualitativ hochwertigen Fotos ala Anne Geddes oder SweetBambini http://www.sweetbambini.co.uk/ als völlig legitim. Bei solch hochwertigem Material darf man ruhig etwas Stolz zeigen.
    Wenn ich mir aberdie Google Suchergebnisse unter dem Suchbegriff „Perenting Fail“ ansehe, wünschte ich mir teils, die Eltern würden identifiziert und deren Sorgerecht entzogen werden!

  8. Pelle

    Ich würde sagen, im Zweifel für den Angeklagten.
    Ich meine damit, dass der gesunde Menschenverstand eigentlich ausreichen sollte um als Eltern zu entscheiden, ob das Bild online gestellt werden kann oder nicht…

  9. Carmen

    Na, der gesunde Menschenverstand ist aber bei etlichen Erziehungsberechtigten ausgeschaltet. Was ich schon für Bilder bei FB gesehen habe…
    Und eine andere Frage ist in dem Zusammenhang auch wichtig. Wie will man den Kindern beibringen, welches Bild man bedenkenlos ins Netz stellen kann, und welches nicht. Umgekehrt laden Kinder auch peinliche Fotos von Eltern, Großeltern, Lehrern, Geschwistern und Gleichaltrigen hoch. Also mit der Einstellung was-ich-nicht-mache,-macht-auch-niemand-anders wird man in dieser Welt schnell enttäuscht.

  10. @Carmen wo wir wieder beim „Parenting Fail“ wären, ja
    Und ja, einen „Geschwisterkampf“, der heutzutage online ausgeweitet wird kann ich mir sehr gut vorstellen. An dieser Stelle müsste die Medienpedagogik – egal ob von Seiten der Eltern oder der Schule – gut genug gewesen sein um dem Nachwuchs die Auswirkungen klar zu machen.
    Wenn ich mir aber manch sorglosen Umgang der Erwachsenen im Netz ansehe, kann ich mir schon vorstellen, wie der Umgang der Kids damit aussehe.

  11. Ein Beispiel: nehmen wir an Du gehst im Sommer mit Frau und Tochter raus ein Picknick machen. Die Sonne steht grad so schön passend tief, das Licht ist Klasse. Die blonden Haare Deiner Frau und Deiner Tochter leuchten in den Sonnenstrahlen. Du machst das perfekte Foto! Ein Portrait, dass einem Profi-Kinderfotograf nicht immer gelingt.
    Zeigst Du nun das Portrait der „Extraklasse“ rum oder behältst Du es „für Dich“ oder machst es erst gar nicht?

  12. Marius

    Ich selber bin leidenschaftlicher Hobbyfotograf seit über 20 Jahren. In dem oben genannten Fall drucke ich es in Großformat aus und rahme es schön. Weder meine Frau noch meine beiden Kinder wollen und sollen im Netz mit Bildern stehen. Im Übrigen bedarf es rein rechtlich gesehen nicht nur die Zustimmung beider Sorgeberechtigen, sondern auch die des Kindes, wenn es die Folgen abgeschätzen kann; also schon ab einem Alter von circa 14 Jahren.
    Ich selbst möchte meine Familie schützen und veröffentliche, wenn überhaupt, nur Naturfotografien. Alles andere finde ich persönlich moralisch bedenklich. Für mich sind private Fotos und intime Daten nicht nur in sozialen Netzwerken fehl am Platz.

  13. “ Im Übrigen bedarf es rein rechtlich gesehen nicht nur die Zustimmung beider Sorgeberechtigen, sondern auch die des Kindes“
    Auch unter 14 Jahren?

  14. „Ich selbst möchte meine Familie schützen und veröffentliche, wenn überhaupt, nur Naturfotografien. Alles andere finde ich persönlich moralisch bedenklich. Für mich sind private Fotos und intime Daten nicht nur in sozialen Netzwerken fehl am Platz.“
    Kann ich verstehen.
    Aber nehmen wir mal wieder mich – nein ich bin nicht egoistisch (:

    • Ich habe Spaß daran Fotos zu machen.
    • Ich möchte qualitativ hochwertige Fotos machen.
    • Mit Modellen (aus der MK) habe ich keine Lust (mehr) umzugehen.
    • Da kommt demnächst mein Sohn auf die Welt. DAS Fotomotiv schlechthin.
    • Mein Ziel: Fotos im Anne Geddes Stil.
    • Mein Problem: Ich kann es (noch) nicht
    • Einfache Lösung: entstandene Fotos, die ich für sehr gut halte themeninteressierten Menschen zeigen um Kritik von ihnen zu bekommen

    Jetzt stelle ich mir die Frage. Kann ich des ggü. meinem Kind später verantworten? Was wird es dazu sagen? Nach all dem was ihr hier so schreibt sollte ich dies lieber lassen und aus den Fotos nur für mich allein lernen solange ich nicht zumindest die Hälfte der Qualität von Anne Geddes erreicht habe….

  15. Marius

    – Es ist immer schön, wenn das Fotografieren Spaß macht, dadurch ist man motiviert und bereit, um Neues zu lernen
    – Qualitativ hochwertige Fotos machen zu wollen ist ein schönes Ziel, was ebenfalls zur Motivation beitragen kann
    – Ziesetzung: Fotos im bestimmten Stil zu erreichen ist auch in Ordung, solange man mitdenkt/erweitert und nicht nur kopiert/nachstellt
    – Der Austausch mit anderen Fotografen kann hilfreich sein, muss aber nicht
    Wenn ich bedenke, dass es Fotos meiner Kinder sind, stelle ich mein Bedürfnis nach Austausch/Kritik zurück. Was ist wichtig? Das Foto oder der Schutz des Kindes bzw. der Familie. Meine Frau beispielsweise möchte noch nicht einmal fotografiert werden. Das akzeptiere ich, auch wenn es mir oft in den Fingen juckt sie zu fotografieren.
    Raten kann ich anderen Menschen nicht.
    Ich hingegen arbeite mittlerweile autodidaktisch, denn ich habe in meinem Leben schon viele Kritiken zu meinen Fotos bekommen. Zu schlechten Fotos kommen gute Kritiken, zu guten Fotos schlechte. Wichtige fundierte Vorschläge zur Verbesserung sind so selten wie ein blauer Diamant.

  16. ja ich weiß wovon Du sprichst ;) insbesondere zum Punkt „Zu schlechten Fotos kommen gute Kritiken, zu guten Fotos schlechte. „

  17. Mit den Fotos der eigenen Kinder sehe ich das ähnlich. Außer den paar „offiziellen“ hat so etwas nichts in sozialen Netzwerken zu suchen.

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