Was wir beim Bilder teilen beachten sollten

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Fotos haben unser Leben für immer verändert. Sie sind für viele nicht nur ein leidenschaftliches Hobby, sondern ihr tägliches Brot. Ganz klar, dass professionelle Fotografen ihre Werke und damit ihre Existenz vor Diebstahl schützen möchten. Von privaten Nutzern, die ein fremdes Bild auf Facebook mit einer Hand voll Freunde teilen möchten geht dabei eigentlich keine Gefahr aus, doch das hindert findige Anwälte nicht, daraus Profit zu schlagen.

Laut einer Studie von OnePoll werden in Deutschland jeden Monat knapp drei Milliarden Fotos geschossen. Von den drei Milliarden Bildern werden ca. 600 Millionen im Internet hochgeladen, und das mit einem wahnsinnigen Tempo – 11 Prozent der geschossenen Bilder landen innerhalb von nur 60 Sekunden auf unterschiedlichen sozialen Netzwerken.

8 wissenswerte Fakten – Was wir beim Bilder teilen beachten sollten

8 Wissenswerte Fakten rund ums Fotografieren

Urheberrecht – Eine Wissenschaft für sich

Es spricht nichts dagegen, seine Bilder mit seinen Freunden Online zu teilen, sofern es sich dabei um die eigenen Bilder handelt. Die Definition von “eigene Bilder” muss allerdings vorher auch noch geklärt werden, denn es genügt schon, wenn sich in einem eigens geschossenen Bild im Hintergrund z.B. das Gemälde eines Straßenkünstlers befindet. Ohne die bestenfalls schriftliche Erlaubnis des Künstlers, ist man strafrechtlich gesehen nicht dazu berechtigt, dieses öffentlich zu teilen.

Wie schwierig es ist, im Vorfeld zu wissen, ob das Fotografieren eines Motivs legitim ist oder nicht zeigt uns zum Beispiel der Eiffelturm: Man darf tagsüber durchaus ein Bild von dem französischen Wahrzeichen knipsen, doch sobald die Lichter während der Abenddämmerung zu leuchten beginnen, liegt das Urheberrecht bei dem Lichtkünstler Pierre Bideau – er hat die Beleuchtung konzipiert.

Wenn man also auf der sicheren Seite sein möchte, sollte man die geteilten Bilder ausschließlich für Freunde zugänglich machen. Bei Facebook kann das in den Privatsphäre-Einstellungen festlegt werden. Bei der Verwendung von Fotos für kommerzielle Zwecke, wie z.B. beim Schreiben eines Eintrags für eine Firmenwebseite, ist besondere Vorsicht geboten. Hier findest Du Hinweise, worauf Du beispielsweise bei Fotolia aufpassen musst und welche Alternativen es gibt

Andernfalls winkt vielleicht schon bald die Abmahnung einer Anwaltskanzlei. Die haben nämlich eigentlich immer genug zu tun – laut “Welt” verstößt rund ein Viertel des weltweiten Datenverkehrs gegen mindestens ein Urheberrecht. Das nutzen findige Anwälte aus, um sich etwas dazu zu verdienen.
Es gibt tatsächlich Foren, in denen urheberrechtlich geschützte Bilder ganz bewusst ins Netz gestellt werden, in der Hoffnung darauf, dass eine unwissende Person das entsprechende Foto mit den Freunden im Internet teilt. Die Anwälte warten bereits darauf und die Klage folgt auf den Fuß – diese kann gerne mal bis zu 1500 Euro oder mehr betragen.

Die Höchststrafe für Urheberrechtsverletzungen bei Bildern liegt in Deutschland übrigens bei bis zu 3 Jahren Haft. Wie dem auch sei, ist es aufgrund der gewaltigen Menge an Bildern, die jeden Tag verbotenerweise im Netz geteilt werden, immer noch sehr unwahrscheinlich, wegen des letzten Bildes auf Facebook von einer Anwaltskanzlei Post zu bekommen.

Bildnachweis: Crumpler.eu (Fototaschen)
Autor und Titelbild: Felix Schneider – Fotograf

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