Die Leichtigkeit des Seins

Auf unseren Reisen fragte ich mich immer wieder: „muss ich wirklich das große Equipment mitnehmen?“

Versteht mich nicht falsch, aber ich fotografiere unter dem Jahr sehr viel mit dem großen Geschütz und im Urlaub bin ich eben nicht in erster Linie zum fotografieren unterwegs, sondern um die Zeit mit meinen lieben in vollen Zügen zu genießen. Dafür gibt es meine extra Foto Urlaube. Außerdem sind wir meistens mit dem Camper unterwegs und da ist platz ja meist Mangelware.

Auf die Bildqualität möchte ich aber trotzdem nicht verzichten, das kann ich einfach nicht. 😉

Nun ist die Frage: was tun?

Letztendlich habe ich mich dazu entschieden dem kleinen micro4/3 Format eine Chance zu geben. Diese Entscheidung fiel, da für mich hier die Balance zwischen optischer Leistung, Größe und Flexibilität am ausgewogensten erscheint.

Wer das System noch nicht kennt, für den eine kurze Zusammenfassung:

Es handelt sich um ein Kamera System,  für das die Firmen Panasonic und Olympus Kameras produzieren. Diese verfügen über das selbe Bajonett und können somit die selben Objektive aufnehmen. Diese gibt es neben den eben genannten Herstellern auch noch von diversen anderen Herstellern. Als Sensor kommt in den Kameras ein etwas kleinerer Sensor zum Einsatz als er bspw. In Spiegelreflexkameras verbaut ist, der jedoch groß genug ist um auch bei schlechteren Lichtbedingungen eine anständige Performance zu gewährleisten.

 

Ich habe mich für eine Olympus OM-D M5 entschieden. Für den Urlaub verwende ich momentan ein 14-140 mm von panasonic.

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Hier sieht man auch bereits den Vorteil,  nämlich ein Panasonic Objektiv an einer Olympus Kamera. Wenn das bei Canon und Nikon ginge…

Die aufgedruckte Brennweiten muss man, wenn man ein Kleinbild equivalent errechnen möchte mal 2 rechnen. Der Sensor ist also halb so groß wie ein Kleinbild Sensor. Dies ist aber immer noch deutlich größer als die meisten Kompaktkameras.

Zusätzlich zum angesprochenen Reisezoom nutze ich noch ein Weitwinkel und 2 Festbrennweiten, die eine Blende von 1,8 haben. Mit diesen klappt auch das Freistellen einigermaßen.

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Hier seht Ihr mal die Ausrüstung, die ich in meinem letzten Urlaub mit hatte. Links das DSLR und rechts das m4/3 Equipment.

Ja ich hatte beide Systeme mit. Das hatte mehrere Gründe, und das große Equipment blieb bis auf 3 Einsätze während der 4 Wochen im Kofferraum des Campers vergraben.

Warum ich auch das große Material dabei hatte hat mehrere Gründe. Dazu mehr gleich, doch hier noch ein Bild aus der kleinen Knipse.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Nun diese Tatsache war sicherlich auch, weil ich der kleinen nicht zu 100% über den Weg traute. Das muss ich sagen war bisher nicht wirklich berächtigt. Die Kamera verrichtet immer zuverlässig ihren Job.  Da gibt es nichts zu meckern.

Dann ist da aber auch noch dieser eine, oder 3 Tage, an denen ich mich doch auf das Fotografieren konzentriere, oder dieses spezielle Bild, das aus meinem Kopf auf den Sensor gebannt werden muss um dann in groß an die wand zu kommen. Dafür werde ich warscheinlich auch zukünftig eine große Kamera mit den passenden Objektiven mitnehmen. Ein Tag im Naturschutzgebiet in wo auch immer kann ich mir einfach nicht ohne großes Gerät vorstellen. Vielleicht ja irgendwann… sag niemals nie.

Für alles andere aber hat mich die kleine volkommen überzeugt. Es ist so entspannt in der Stadt mit einer unauffälligen Kamera unterwegs zu sein. Das tragen ist deutlich angenehmer und man bekommt trotzdem alles was man braucht.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Auch in schwierigeren Situationen mit höheren ISO werten ist sie immer noch sehr gut unterwegs.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Hier liegen aber auch die Nachteile. Ab ISO 1600 bzw. spätestens bei 3200 muss man schon etwas aufpassen. Auch habe ich gemerkt, dass ich doch noch in ein oder zwei pro Linsen investieren muss, da mir die Bildqualität in manchen Situationen noch nicht reicht. Aber das ist eben bei mir auch so eine Eigenart. 😃

 

Nun ist die Frage kann Sie das DSLR Equipment ersetzen?

Für mich nicht! Wie ich ja weiter oben  bereits geschrieben  habe. Hier erwarte ich einfach mehr Bildqualität. AAAAABER für die meisten Fotografen kann das micro-four-thirds System durchaus eine Alternative sein. Vor allem wenn man ein, zwei anständige Linsen dazu nimmt, dann kann so ein Set durchaus mehr Sinn machen als eine DSLR.

Für mich war auch die Wetterfestigkeit ein absolutes Kaufargument. Wer mich kennt weiß ich bin dabei kompromisslos und schlechtes Wetter gibt es nicht. Aber auch deshalb muss ich noch in eine andere Linse (es soll das olympus 12-40 2.8 werden) investieren. Doch ich denke zukünftig wird sie mich sicherlich auf meinen weiteren Reisen begleiten.

Der größte Nachteil ist für mich jedoch der Akku. Die Kameras  (bei allen spiegel losen Systemen) fressen einfach Akku Kapazität. Rund 300 Bilder sind drin.  Für mich ein großer Nachteil zur Spiegelreflex. Aber so trage ich halt immer 3 Akkus mit und muss die Akku Anzeige etwas besser im Auge behalten.

Ich kann nur jedem ans Herz legen sich durchaus mal das m4/3 System anzuschauen. Es hat meine Reisefotografie doch ordentlich verändert. Und ich schau mich jetzt mal nach neuen Linsen um.😊

In Stuttgart geboren, konnte ich mich nie von dieser schönen Stadt trennen und lebe dort auch noch heute.
Fotografisch betätige ich mich bereits seit meinem 14. Lebensjahr intensiv. Mein fotografischer Schwerpunkt ist die Naturfotografie, die mir immer wieder auch als Ausgleich zum Alltag dient.

10 Kommentare

  1. Viktor

    Ich bin grad sehr neidisch! Die OMD wäre meine absolute Allinone Dream Kamera!

  2. Ja, es ist echt ne feine Kamera.
    Aber wie gesagt auch hier sind wieder die Linsen wirklich wichtig.

    Aber kann es wie gesagt nur empfehlen. Tolle Sache diese kleinen.

  3. Ich hatte vor 2 Jahren den großen Schritt gemacht und die Kleinbild DSLR gegen 4/3 getauscht. 14 2.8/ 20 1.7 und 45 1.8. Es war toll, es war leicht. Doch dann wurde mein Sohn geboren und ich habe wieder deutlich mehr fotografiert. Ich bin zurück zu Crop DSLR und dann sogar wieder zu Kleinbild.

    Wer es ich leisten kann sollte beides haben. In einigen Situationen macht es Spaß nicht durch den Sucher zu Blicken. Man hat freies Sichtfeld auf die zu fotografierende Person. Wer allerdings wie ich maximale Freistellung liebt hat mit dem Kleinbildsensor trotzdem mehr Spaß. 35mm ist meine Lieblingslinse. Mir reicht aktuell Lichtstärke 2.0 (hat Preisgründe) bei 4/3 wäre ich schon bei Blende 17mm mit Lichtstärke 1.0 ! Das wäre teuer, wenn es das überhaupt gäbe. Meine D600 mit dem 35 2.0 ist auch noch relativ leicht und klein.

    Wer lieber weiter abblendet ist mit 3/4 sicher gut aufgehoben. Gerade mit den sehr guten Festbrennweiten ist die Bildqualität wirklich sehr gut. Und wie auf dem Bild oben zu sehen es wirklich klasse wie viel Krams in einen kleinen Rucksack passt. Ich hatte ein PEN E-P3 mit der Retro-Tasche. Da passte die Cam mit angesetzten Objektiv + noch 2 Objektive rein.

    Sehr spannend finde ich das spiegellose Sony Vollformat System. Das könnte meine nächste werden. Verbindet für mich ein bisschen 3/4 und Kleinbild-DSLR. Aber wie so vieles: leider teuer.

  4. Absolut, für mich kann die 4/3 nicht die Vollformat DSLR ersetzen. Sie ist und bleibt für mich vorerst mal die Urlaubsalternative.
    Sony fällt bei mir zum einen wegen der fehlenden langen Brennweiten, zum anderen wegen der Kamera Politik, die mich irgendwie nervt, flach.
    Auch finde ich die Sonys für ne Spiegellose eigentlich zu groß. Aber qualitativ stehen die Cams natürlich sehr gut da.

  5. Ich habe vor einem Jahr eine große Reise durch Chile gemacht. Dort sind wir unter anderem auch 7 Tage unterwegs gewesen im Torres Del Paine Nationalpark. Mit dabei auf der Wanderung hatte ich meine Canon 5D3 sowie das 16-35mm und ein Gorilla Pod. Man muss ja auf jedes Gramm achten, wenn man jedes Gramm 7 Tage am Stück schleppen muss (inklusive essen, Schlafsack, Zelt usw.) Ich hätte mir so sehr leichteres Equipment gewünscht. Aber ich denke mit einer 4/3 Kamera wäre ich nicht happy gewesen. Die einzige Alternative wäre eine Sony gewesen – aber der Gewichtsunterschied ist jetzt auch nicht soooo überwältigend.

  6. Viktor

    Wo wären denn für Dich die Grenzen einer 4/3 Kamera gewesen, dass Du damit nicht happy gewesen wärst? Das Canon EF 16-35mm f/2.8L II USM ist natürlich schon schwer zu ersetzen, aber der Body?

  7. Ich denke, das ist eine sehr persönliche Entscheidung: Der eine kann nicht ohne seine 5 Festbrennweiten, ein anderer nimmt ein Zoom mit und gut isses. Das kann und muss jeder für sich entscheiden.

    Was für mich unstrittig ist, ist die optische Qualität der Linse: Die muss einfach stimmten. Wenn man im Urlaub nur das billige „eh-wurst-wenns-weg-ist“ Objektiv mit Plastiklinsen („so schön leicht!“) dabei hatte, ärgert man sich Zuhause vielleicht über unscharfe Bilder. Das ist dann eher weniger schön.

  8. Viktor

    Natürlich ist es Jedermanns eigene Entscheidung die mich aber interessiert ;-)

  9. Ich kann Euch nachvollziehen Tom und Phil,
    Es ist so dieses… schwer zu beschreiben. Wenn ich die Bilder meiner 5d auf dem Bildschirm habe und man die Qualität der Bilder aus dem großen Material gewohnt ist, dann fällt es einem schwer sich mit den Bildern des kleinen Systems zufrieden zu geben.
    Das ist auch ein Grund, weshalb ich immer auch noch die Große Ausrüstung dabei hatte. Auch bei Wanderungen, die nicht zu lang und hart sind muss ich mit mir Ringen nicht das große Equipment mit zu nehmen. Aber ich muss ehrlich sagen ich versuche mich da möglichst umzugewöhnen. Das Gewicht ist halt nen klarer Vorteil.
    Und wie du bereits gesagt hast sind die Sonys einfach nicht klein und leicht genug um den Unterschied zu machen.

    Aber interessant, dass andere es ähnlich wahrnehmen.

  10. Viktor

    Ich habe die Bilder von Martin Krolop im Kopf, die er mit einer Sony A7s bei ISO 14.000 gemacht hat. Einfach unglaublich. Deswegen zieht es mich zur Sony. Das finanzielle hat mich bisher davon abgehalten.

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