Digital ist mehr als ein Belichtungsmesser

analog vs. digital fotografieren
Vor ein paar Tagen hat mir meine Kollegin erzählt, wie ihre erste Begegnung mit einer analogen SLR Kamera abgelaufen ist. Sie hatte vor jedem Bild vorher mit einer Digi Knipse in etwa geschaut, wie denn das Bild aussehen könnte um dann mit der analogen das Resultat zu schießen.

Anfänglich habe ich sie sehr belächelt und ihr weismachen wollen, dass es doch das gesamte analoge Feeling kaputt machen würde. Das Bild lebe doch gerade deswegen, weil keine digitale Technik zwischen Dir und dem Motiv stehe.

Doch genau hier liegt auch schon mein erster Trugschluss. Der Belichtungssensor der analogen Kamera ist zwar nicht digital, aber dennoch ein Stück Technik, das Dir doch größtenteils vorgibt wie Du das Bild zu machen hast, sofern Du Dich an ihm orientierst. Bei der digitalen Kamera kannst Du gut mit verschiedenen Belichtungen rumspielen und Dir quasi für Dich das optimale Ergebnis raussuchen.

Analog bedeutete dies aber, etliche Aufnahmen in einer Belichtungsreihe zu machen. Folglich teuer. Ein Kodak BW400CN SW Film kostet 6€, das sind 16cent für eine Aufnahme – auch wenn Sie für die Tonne ist, weil ich einfach mal mit der Belichtung spielen wollte.

Worauf will ich hinaus?

Draußen würde ich sicherlich nur die analoge mitnehmen. Drinnen im Studio, wenn das Licht gesetzt werden muss und der Belichtungsmesser nur die Intensität messen aber nicht die Ausleuchtung kontrollieren kann, ist es meiner Meinung nach doch sehr schwer mit einer analogen zu fotografieren. Zumindest, wenn Du mit einer digitalen angefangen hast und Dir vorher noch keine Regeln im Kopf festgebrannt sind, die aus Erfahrungswerten Dir genau sagen, wie das Bild wird, dass Du gerade geschossen hast.

Und hier kommen wir zum gewaltigsten Unterschied zwischen den analogen Verfechtern und den Digitalen. Bei den Analogen ist das Bild vor dem Klick im Kasten, die Digitalen kontrollieren grob nach der Aufnahme ob das Bild auch so geworden ist, wie Sie es wollten. Würden alle Digitalen auf analog umsteigen müssen, hätten wir wohl ein absolutes Fotografendefizit im Lande. Weil keiner könnte es mehr. Ausser Jim Rakete und Co. die noch absolut auf analog schwören.

Fazit

Wer analog nur ausprobieren möchte ist also gar nicht so verkehrt an der Vorgehensweise, die Aufnahme vorher mit ner digitalen zu kontrollieren. Voraussetzung ist natürlich, ich kann die Einstellungen (Blende, Zeit und ISO) der digitalen 1:1 auf die analoge übertragen.

Eine Fotografie ist ein Monolog ohne Worte…
Wenn Sie nichts zu erzählen hat, dann ist sie einfach langweilig.

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