Nutze Dein Equipment

Zum Einstieg in das Hobby Fotografie kommt es immer wieder vor, dass man sich die Frage stellt: Nehme ich die teure Kamera denn jetzt mit, oder nicht?

Vielleicht geht es an einen Ort, an dem es etwas wilder zugeht. Eine Party beispielsweise. Vielleicht könnte es ja feucht werden, da eine Schifffahrt ansteht. Oder geht es in die Berge? Auch dort lauern die Gefahren für das neu erworbene und zugebener Maßen auch nicht gerade billige Equipment.

Oftmals ist man dann versucht das gute Stück einfach in der Tasche zu lassen, oder noch schlimmer gleich zuhause im Schrank. Doch genau das, ist das Schlimmste, das Du tun kannst!

Man tendiert gerne dazu das neu erworbene glänzende Stück Elektronik behütet im Schrank zu lagern, aber dafür ist es nicht gebaut! Nehmt eure Kamera mit, wo immer es Euch hin verschlägt. Lasst den Deckel in der Tasche und nicht auf dem Objektiv, sonst verpasst Ihr den Moment!

Das Material ist gebaut um benutzt zu werden. Jede Schramme erzählt eine Geschichte und ermöglichte unvergessliche Bilder.

Versteht mich nicht falsch: Ich bitte Euch nicht euer Material zu missbrauchen. Ich bitte Euch es zu GEbrauchen. Setzt es ein, nehmt es mit und macht Bilder. Wenn das Stativ mal nen Kratzer auf der schönen Karbon Oberfläche bekommt: Na und? Davon funktioniert es nicht weniger gut.

Hätte mein Stativkopf nicht die netten Schrammen, dann hätte ich nie Bilder in einer Klamm machen können, an denen ich mich noch heute erfreue.

Ich nutze meine Objektive jetzt seit über 10 Jahren ohne einen „Schutz“-Filter und ohne Deckel. Während die Kamera an der Seite hängt (und das ist eigentlich ständig und bei allem) ist nur eine Gegenlichtblende montiert und das reicht. In all der Zeit hatte ich keinen einzigen Kratzer o.ä. auf einer meiner Linsen. Und Ihr könnt Euch sicher sein ich gehe da nicht vorsichtig mit um. Für mich ist die Kamera ein Arbeitsgerät. Wie ein Hammer. Den lässt man ja auch nicht an der Wand hängen, wenn man einen Nagel in die Wand schlagen muss.

Ich persönlich nutze auch keine Schutzfolien oder ähnliches auf den Displays. Für mich ist das Display dadurch nicht mehr richtig nutzbar. Hier hatte ich natürlich schon ein paar kleine Kratzer, aber diese stören mich deutlich weniger als eine Folie oder so ein Schutzglas (oder wie das heißt😉). Die Displays sind sehr Kratzresistent. Auch kann das Displayglas für relativ wenig Geld (sogar direkt beim CPS Canon Service) getauscht werden, sollte es wirklich mal so schlimm aussehen. Das habe aber selbst ich bisher noch nicht geschafft.

Aber ich möchte Euch jetzt auch nicht sagen lasst die Folien und die Schutzeinrichtungen weg. Wenn es hilft, dass Ihr Euch besser fühlt und deshalb Eure Kamera mitnehmt und auch nutzt, dann ist das genau richtig.

Was ich mit diesem Artikel erreichen will ist einfach: Macht Euch weniger Gedanken darüber, was passieren kann, sondern konzentriert Euch auf den Augenblick. Macht Bilder, habt Spaß, seid dabei!

Ein Bild ist mehr wert, als ein Kratzer am Kamera Body! Und die Kameras und Objektive sind nicht aus Zucker. All diese Geräte halten viel mehr aus, als Ihr denkt. Die sind gebaut um zu funktionieren und auch ein „offiziell“ nicht wasserdichter Body und Linse halten einen kleinen Regenschauer mal aus. Danach einfach wieder trocknen lassen, bzw mit einem kleinen Tuch oder Folie abdecken. Das reicht schon. Ein paar Tropfen Wasser machen da nichts aus. Aber natürlich immer mit Sinn und Verstand, dann wird das schon.

Und wenn Ihr Euch nicht sicher seid, nehmt Schutzfilter, Folien oder aber Wetterschutzhauben. Wichtig ist nur macht es!

Also schnappt Euere Kamera und ab nach draußen!

In Stuttgart geboren, konnte ich mich nie von dieser schönen Stadt trennen und lebe dort auch noch heute.
Fotografisch betätige ich mich bereits seit meinem 14. Lebensjahr intensiv. Mein fotografischer Schwerpunkt ist die Naturfotografie, die mir immer wieder auch als Ausgleich zum Alltag dient.

5 Kommentare

  1. interessanter Artikel zum Thema. Mit deinen Erfahrungen müsstest du doch sicher auch eine Empfehlung abgeben können, welche Kam man kaufen könnte?!

  2. Danke Dir,

    Deine Frage ist tatsächlich nicht so einfach wie man denkt.
    Naja, wenn ich darüber nachdenke ist sie eigentlich doch einfach zu beantworten:
    Kaufe die beste Kamera, die Du Dir leisten kannst, denke daran, dass ein großer Teil des Budgets für Objektive genutzt werden sollte und nimm bei System, oder Spiegelreflex Kameras einen Hersteller, der nach Möglichkeit bereits im Bekanntenkreis vorhanden ist, da man dann auch mal die Objektive ausleihen kann. 😉
    Eine Kaufberatung ohne Eckdaten ist immer schwer, da der Markt einfach so riesig ist. Nahezu alle heute verfügbaren Kameras sind in der Lage super Bilder zu machen und wie bereits geschrieben sind auch die Grundmodelle sehr widerstandsfähig und verlässlich.
    Wichtig ist meiner Meinung nach, dass Du bereit bist die Kamera auch mitzunehmen, denn sonst bringt das alles nix. Ich könnte Dir jetzt raten kauf Dir ne Canon 1Dx/Nikon D5 und nen 24-70mm f2.8. Dann hast Du ein Set mit >2kg Gewicht, einem Preis eines Kleinwagens und würdest das alles weder brauchen, noch würdest Du das Ungetüm mitnehmen. Auf der anderen Seite könnte eine Kompakte Sony RX100 V Dir viel bessere Dienste leisten, weil Du sie jederzeit in der Jackentasche hast und damit immer Bilder in einer spitzen Qualität bekommst.

    Es ist also leider doch nicht so einfach wie ich es am Anfang erwähnt hatte. 😁

    Ich hoffe das hilft Dir zumindest ein bisschen.

    Gruß

  3. Ich habe auch festgestellt, dass man in der Foto-Community schnell neue Freunde findet, welche dann auch ihr Equipment zur Verfügung stellen. Als ich angefangen habe, ein paar Fotos zu schießen, habe ich auch fast kein Zubehör benutzt. Der Kosten-Nutzen-Faktor ist einfach am Anfang meistens nicht vorhanden. Mit der Zeit kommt dann erst der Anspruch nach besserer Qualität ;)

  4. Viktor

    Indeed. Genau aus diesem Grund habe ich auch aufgehört DIY Fotozubehör zu bauen und damit leider auch zu posten. Irgendwann war der Anspruch einfach höher als ein DIY Projekt liefern kann :-(

  5. Viktor

    Das ist in der Tat ein sehr wichtiger Tipp. Ich habe privat eine Nikon. Meine Kollegin auch. Auf der Arbeit nutzen wir auch eine Nikon. So können wir alle auf ein Portfolio von Objektiven zugreifen, die wir bei verschiedenen Systemen sonst nicht hätten. Auch das restliche Zubehör passt einfach zusammen und wird fröhlich hin und her getauscht.

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