3 Dinge, die eine digitale Spiegelreflexkamera besser kann als eine Systemkamera

Ich habe in der letzten Zeit häufiger gesagt, dass man heutzutage eigentlich keine digitale Spiegelreflexkamera mehr braucht. Systemkameras bieten nämlich mittlerweile auch qualitativ hochwertige Wechselobjektive und relativ große Chips. Doch ich habe durch eigene Erfahrungen lernen und feststellen müssen, dass eine DSLR doch nicht zu ersetzen ist! Hier findest Du meine Erfahrungen nach dem Umstieg von einer DSLR auf eine Systemkamera und warum ich von der Systemkamera wieder auf eine DSLR zurückgegriffen habe.

  1. Der Autofokus
  2. Manueller Fokus
  3. Schönere Freistellung des Motivs vom Hintergrund
  4. Fazit
  5. Der Weg bis zur Erkenntnis

Der Autofokus

Eines hat die durchschnittliche Systemkamera nicht: Einen eigenen Autofokus (Kreuz) Sensor, sodass man bei Systemkameras auf die relativ ungenaue langsame Kontrastfokussierung setzen muss.

Bei guten Lichtverhältnissen ist das auch gar kein Problem. Die Nikon 1 J2 mit dem 18,5mm f1:1.8 fokussiert bei Tageslicht wirklich sehr schnell. Teilweise schneller als meine neue Nikon D3200 mit einem 35mm f1:1,8 Objektiv.

Sobald aber die Lichtverhältnisse schlechter werden, kann man den Autofokus der Systemkameras vergessen! Das habe ich leider dieses Jahr Weihnachten selbst „schmerzlich“ erfahren müssen. Ich habe nämlich versucht meinen 14 Monate jungen Sohn beim auspacken seiner Geschenke bei Dämmerlich zu fotografieren.

Vom Licht her war das kein Problem. Die Nikon 1 hatte noch genügend Reserven, so dass Aufnahmezeiten von 1/60s noch drin waren. Das große Problem war der Autofokus. Von 30 versuchten Fotos, traf keine einzige Auslösung den richtigen Fokus! Ein Glück, dass mein Schwager eine DSLR hat und wir so trotzdem noch ein paar Fotos haben.

Manueller Fokus

Du wirst jetzt sicher sagen, einen manuellen Fokus brauche ich nicht! Der Autofokus ist das beste. Nun, dann hast Du vielleicht nicht weit genug gedacht. Was machst Du bspw., wenn Du ein Familienfoto mit Frau und Kind und Selbstauslöser machen willst? Der Fokuspunkt ist doch dann „Glückssache“, weil die Kamera ohne Deiner Kontrolle den Fokuspunkt selbst bestimmt.

Fall 2: Feuerwerk Aufnahmen. der Autofokus kommt bei Feuerwerk gar nicht klar. Hier sollte man den Fokuspunkt optimalerweise manuell auf unendlich (hyperfokal) stellen.

Fall 3: Lichtmalerei. Da die Kamera in völliger Dunkelheit nicht selbst fokussieren kann, brauchst Du einen manuellen Fokus um die Stelle an der die Lichtmalerei stattfinden soll scharf zu bekommen.

Schönere Freistellung des Motivs vom Hintergrund

Um die gleiche Freistellung / Weichzeichnung des Hintergrundes zu bekommen, wie bei einer Spiegelreflex Kamera mit Crop Faktor 1.6 und einer Blende von f2.8 brauchst Du bei einer Systemkamera mit Crop Faktor 2.7 (wie bei der Nikon 1) schon eine Blende von f1.6 — dabei ist f2.8 bei weitem nicht das was man mit der DSLR „üblicherweise“ mit einer Festbrennweite bei 1.8 oder sogar bei 1.4 erreichen könnte.
Wenn wir das Beispiel auf ein 50mm f1.8 Objektiv ausweiten, dann müsste die Systemkamera bspw. eine Blende von f1.06 erlauben.

Hier ist ein Vergleichsbeispiel mit Blende 4
bokeh nikon 1 vs nikon d3200

Fazit

Wer also einen schnellen und genauen Fokus haben möchte, gerne auch mal drinnen ohne Blitz fotografieren will oder aber Sinn in der manuellen Fokuseinstellung gefunden hat und nicht mehr als 500 EUR für die Kamera und eine Festbrennweite mit f1.8 ausgeben will, braucht unbedingt eine digitale Spiegelreflex Kamera mit einem guten Kreuz-Sensor für den Autofokus.

Genau aus diesem Grund habe ich jetzt auch wieder eine DSLR, eine Nikon D3200 mit einem 35mm f1:1,8 Festbrennweiten-Objektiv.

Der Weg bis zur Erkenntnis

Mein Weg ging von diversen kompakten Kameras über eine Canon 350D 50mm f1.8 (DSLR) + Sigma DP1 (Kompakte), Canon 550D 50mm f1.4 (DSLR), Fuji F10 (Kompakte), Nikon 1 J2 50mm f1.8 (Systemkamera) und letztlich der Nikon D3200 35mm f1,8 (DSLR).

Hier habe ich leider nur drei Beiträge im Blog zur Dokumentation gefunden.

Und nicht vergessen; Eine DSLR ist nichts wert, wenn das verwendete Objektiv nicht gut genug ist

Fairerweise muss ich erwähnen, dass der nachfolgende Vergleich nur für Kameras bis 500 EUR Neuwert inkl. Festbrennweiten Objektiv mit mindestens f2.0 gilt. Darüber hinaus kann und will ich hier nicht urteilen. Ich vergleiche hier also günstige Systemkameras mit günstigen DSLR-Kameras. Nur auf dieser Basis gilt meine Aussage.

Solltest Du anderer Meinung sein, freue ich mich mit Dir darüber zu diskutieren!

Edith sagt: Wie in den Kommentaren von Winfried erwähnt gibt es für das 500 EUR Budget wohl doch noch eine Systemkamera, die eine nähere Betrachtung wert ist. Es geht um die Samsung NX1100 (260 EUR) und das Samsung Pancake 30MM / F2 Objektiv (250 EUR).
Die Samsung Kamera hat einen APS-C großen Chip (die meisten DSLR mit Crop-Faktor 1,6 haben einen so großen Chip) und bietet damit sicher ein sehr ähnliches Rauschverhalten wie eine DSLR in der Klasse (die Nikon 1 hat einen wesentlichen kleineren Sensor). Zudem hat sie einen Blitzschuh (für entfesseltes Blitzen) – die Nikon 1 hat den bspw. nicht, so dass bspw. Produktfotografie damit unzureichend ist.

Eine Fotografie ist ein Monolog ohne Worte…
Wenn Sie nichts zu erzählen hat, dann ist sie einfach langweilig.

25 Kommentare

  1. Uwe

    Mir fallen da noch ein paar Gründe ein: Ne ordentliche DSLR lässt sich halten und bedieden wie ein Werkzeug. Griffig, und alle Knöpfe da wo man sie schnell und unkompliziert erreicht.

    Die ganzen Kompkten sind mir alle schon zu fummelig. Und ich hab sicher keine Riesen-Pranken.

  2. Ja, allerdings suggeriert das Wort Werkzeug schon einen professionelleren Umgang mit der Kamera. Meine Faktoren beziehen sich auf alle „Level“ der Menschen, die Fotografie für sich entdeckt haben.

  3. System

    Sry, ich kann alle deine Punkte widersprechen.
    Nikon 1 ist ein Witz zum prof. fotografieren – selbst Schuld!

    Teste einmal Panasonic (Crop 2), extrem schneller Autofocus mit bis zu -4 EV !
    Manueller Focus -> focus peaking! Kann dein Spiegel nicht.
    Bokeh:
    Panasonic / Olympus Crop 2
    Sony Crop 1.6 !
    Sony A7 Crop 1 (!!!)

    Also von einer Nikon 1 auf alle Systemkameras schließen ist alles andere als fair…

  4. Viktor

    Ok, Du hast recht. Beschränken wir uns auf Kameras bis 500 EUR Neuwert

  5. Viktor

    Für mich ist eine Bridge Kamera nichts anderes als eine Kompakte. Das Objektiv besteht aus zu vielen losen und zu „wackeligen“ Fragmenten.

  6. Sergej

    Ja, aber das ist auch wieder Modell und Hersteller abhängig. Fotos sind auf sind gut und weit besser als bei einer Kompaktkamera. Un man hat im Urlaub nicht so ein schweres Gerät um den Hals. Man kann auch bei einer günstigen DSLR eine schlechte Verarbeitung und wackeliges Objektiv erwischen.

  7. Sergej

    sorry, kleiner Fehler: Fotos sind gut und weit aus besser ….

  8. Peter W.

    Zum Bokeh:
    Generell keine schlechte Idee, die maximale Blendenzahl über die zugehörige Normalbrennweite zu berechnen wenn man sich für Unschärfeeffekte interessiert, dann ist das Ganze auch etwas nachvollziehbarer.

    Ist eine Gegendarstellung („Warum es sich trotzem lohnen kann eine Systemkamera vorzuziehen..“) in geplant?

  9. Viktor

    hmm, bisher nicht geplant. Ich könnte nur die Punkte aufschreiben, die mich zum Kauf einer Fuji x10 oder der Nikon 1 bewegt haben. Die waren aber letztenendes (für mich) nicht relevant, da ich ja wieder zur DSLR zurückgegangen bin.

    Ich habe immer noch die Nikon 1 zu Hause und ich greife tatsächlich nie zu der. Unterwegs reicht mir das Smartphone für Snapshots. Will ich richtig gute Bilder, nehme ich die DSLR. Die N1 ist da einfach viel zu langsam im AF.

    Meiner Frau hingegen brauchst niemals mehr mit einer anderen Kamera System Art daherkommen. Sie ist von der N1 total begeistert! Sie sagt, sie sei das beste zwischen DSLR und einer Kompakten!

  10. argh:
    Kontrastautofokus ist nicht „ungenauer“, das Gegenteil ist der Fall, er ist genauer als der Phasen AF!
    Richtig wäre gewesen, der Kontrast AF ist langsamer, was bei wenig Licht sehr schnell auffallen kann!
    Aktuelle Systemkameras sind hinsichtlich AF auf dem Niveau üblicher DSLR … zumindest bei Tageslicht.

    Bokeh beschreibt das verhalten von Spitzlichtern in der Unschärfe, keine Spitzlichter, kein Bokeh. Die Unschärfe an sich mit Bokeh zu verwechseln ist in den letzten Jahren aber usus geworden.
    Wie das Bokeh, bzw. der Unschärfebereich generell aussieht ist dann Objektiv abhängig, Lamellenanzahl der Blenden, Vergütungen, optische Berechnung und Korrekturen, da hat Body und Sensorformat gar nichts mit zu tun.
    Eigentlich meintest du Freistellung und die steht im direkten Zusammenhang zur Blende/Brennweite zur Sensorgröße.
    Das hat wiederum hat auch wenig mit Systemkamera oder DSLR zu tun, denn eine Sony A7 ist einerseits eine Systemkamera, andererseits bietet sie, da KB Format, eine höheres Freistellungspotential als jede Crop DSLR.
    Die meisten Systemkameras haben entweder FT/mFT Sensor, oder APS … die kleine Nikon ist da ein Nischenprodukt (da hätte man auch gleich die Pentax Q als schlechtes Beispiel nehmen können)

    ps: manuellen Fokus können die gängigen Systemkameras alle, dank Fokuspeaking und/oder Lupe im EVF sogar „besser“ als die gängigen DSLR

  11. Viktor

    Hi Winfried.
    Im Beitrag steht: Fairerweise muss ich erwähnen, dass der nachfolgende Vergleich nur für Kameras bis 500 EUR Neuwert inkl. Festbrennweiten Objektiv mit mindestens f2.0 gilt. Darüber hinaus kann und will ich hier nicht urteilen. ;)
    Ich vergleiche hier günstige Systemkamera mit günstigen DSLR Kameras. Dann und nur dann gilt meine Aussage.

    Ansonsten hast Du Recht. Das Bokeh hat einfach nen Namen, den fast jeder mittlerweile kennt — auch wenn damit das falschen beschrieben wird. „Freistellung“ kennt aber so gut wie niemand,d er sich neu mit Kameras beschäftigt.

  12. Man muß die fehlerhaften Wortbenutzung jetzt aber nicht noch unterstützen, oder? ;-}

    500€ und eine F2 Festbrennweite?
    Okay: Samsung NX 1100 (20MP APS Sensor, crop 1.5) + 2.0/30mm, liegt gerade noch so im Etat.
    Die Samsungs sind Sensorseitig ganz ok, die Objektive von einem erschreckend guten Preis/Leistungsverhältnis und das einzige Argument für mich, daß ich keine Samsung habe, die Dinger haben keinen Sucher (was auf viele Systemkameras zutrifft).
    Abgesehen davon bevorzuge ich KB Format, was die Wahl hinsichtlich Systemkameras mit Sucher doch ziemlich einschränkt ;-}

  13. Viktor

    ooook, Das mit der Samsung war mir kein Begriff. Crop 1.5 ist natürlich Klasse! Die Nikon 1 hat ja 2.7

    „Man muß die fehlerhaften Wortbenutzung jetzt aber nicht noch unterstützen, oder? ;-}“
    Ok, hast mich überzeugt. Werde ich heute Abend ändern.

  14. ganz übersehen, bei 500€ ist bei der Samsung NX 1000 nicht nur das 2/30 sondern auch noch das 20-50 Kit enthalten, das locker auf dem Niveau der Kits von Canon und Nikon spielt

  15. Samsung haben die Wenigsten im Fokus, ist halt kein traditioneller Kamera/Objektiv Hersteller.
    Liefert solide Qualität und wird primär über das günstige Preis/Leistungsverhältnis verkauft.
    Besonders interessant werden Samsungs bei einem Modellwechsel, da stürzen die Preise für das ausgelaufene Modell noch mehr ins Bodenlose wie bei der Konkurrenz.
    Wobei neue Modell schon seit Jahren kaum noch mit echten Innovationen verbunden sind, die einen realen Impakt auf das erzielbare Bildergebniss haben (ist halt gutes Marketing)

    erwähnte ich schon, daß es viel wichtiger ist, mit seinem Equipment umgehen zu können ;-}

  16. jürgen

    bis heute habe ich noch keine system kamera gefunden die mich überzeugt
    ich besitze eine fuji bridgekamera und eine 5d mark drei und eine 7d
    was ich mir vorstellen könnte um in den bereich der system kameras vorzudringen
    wäre die sony kleine vollvormat
    nur habe ich zwei bedenken
    wer schon mal längere nacht aufnahmen gemacht hat nach einer zeit wird das rauschen immer stärker
    das kommt daher das der sensor bei der belichtung unter strom warm wird und dadurch die kleinen pixel
    strom vom nachbarpixel bekommen
    deshalb ist ach nicht ratsam ständig mit life-v. zu fotografieren weil eben auch da der sensor erwärmt und das rauschen unverhältnismässig zunimmt
    bei system kameras habe ich mit glück einen elektronischen sucher
    der klar das sensor signal abgreift
    das geht aber nur wenn der sensor unterstrom steht
    was die werbung erzählt und worauf immer noch soviele leute reinfallen ist meist nur grosser nonsens
    da werden 12 bilder pro sekunde versprochen
    das dies nur möglich ist wenn belichtungs zeiten mindestens 1/12 sekunde sind
    muss doch klar sein
    also entweder mit viel licht oder iso hoch
    was auch hier wieder rauschen verstärkt
    eine bridge kamera mit einer dslr zu vergleichen ist als wollte ich rembrand billen mir ein portrai
    auf einer briefmarke zu malen aber mit einen 10er pinsel
    auch die crop diskusion ist so immer ein wenig unvollkommen
    wenn ich mit einer vollformat kamera einen bestimmten blickwinkel fotografiere
    kann ich durchaus auch mein bild hinterher an einen mft sensor angleichen bzw cropen
    meist mit einen besseren ergebnis
    als mit einer verwackelten mft aufnahme
    wo der crop faktor wirklich relevant ist ist bei der einstellung der verschlusszeit
    weil ich da eine andere brennweite rechnen muss als ich im kb habe
    zb bei nikon ein 200er tele entspricht dann einen 300mm an einen aps sensor
    da brauche ich einfach kürzere zeiten um die verwacklung auszuschliesen
    nehme ich aber eine vollformat mit 200mm habe ich bei einer 200tel sekunde immer noch ein knack scharfes bild ohne die iso zu erhöhen und kann hinterher meinen ausschnitt noch einzoomen
    dafür gibts fotokurse um die pysikalischen gesetze einfach zu verstehen
    was ganz viele diskusionen dann einfach unnötig macht
    bei autos kommt doch auch keiner auf die idee
    kombi mit cabrio lkw mit transporter zu vergleichen
    ich muss halt wissen was ich will
    wer nur knipsen will kann das selbst mit einen handy
    wer knipsen will auf höheren level kauft sich eine systemkamera
    und wer ernsthaft fotografieren will arbeitet eben mit einer dslr
    wer seine bilder nicht verkaufen muss und jeden schnappschuss für ein kunstwerk hält
    der ist mit einen handy laut werbung doch schon fast ein fotoreporter -)
    gruss jürgen

  17. Andreas

    Ich bin auf diesem Blog urspünglich über keine Google Eingabe gelandet, mit der ich erfahren wollte, wofür es heute überhaupt noch SPIEGELreflaxkameras gibt, d.h.: welche Funktion hat heute igentlich überhaupt noch der Spiegel. Diese Frage wurde auch hier leider nicht beantwortet, denn die genannten Vorteile von DSLRs hängen ja nicht mit der Verwendung eines Spiegels zusammen.

    Klar ist, dass Größe und Qualität des Sensors, die verbaute Optik und heute selbstverständlich auch die teschnische Möglichkeiten heute die Qualität eines Fotos ausmachen – mal ganz davon abgesehen, dass viele „professionelle Fotos“ heute lediglich die Kunst des Akteurs im Umang mit Photoshot und Lightroom widerspiegeln und nicht im Umgang mit seiner Kamera.

    Kaufargument DSLR daher: Vollformatfotografie – wenn man damit umgehen kann, also sowohl die Vorteile nutzen als auch die Nachteile umgehen kann und wenn man für seine Fotoausrüstung gerne den Preis eines kleinen Neuwagens ausgeben möchte sowie das Reisegepäck allein auf die Fotoausrüstung abstimmen möchte. Spiegelreflex mit APS-C Sensor oder noch kleiner macht in meinen Augen gar keinen Sinn mehr. Die aktuellen Systemkameras sind technisch auf keinen Fall schlechter und die verfügbare Optik vielfach identisch.

    Will man des noch kompakter gibt es auch schon brilliante Kompaktkameras – sogar Vollformat, wobei wir da in Sachen Zielgruppe vermutlich in einer sehr kleinen Nische sitzen. Aber die Kompaktkameras mit APS-C oder sehr guten 1″ Sensoren bieten heute erstaunliche Leistung – kommen aber ebenso schnell an Grenzen, das ist klar. Allerdings stelle ich einfach mal die Behauptung in den Raum, dass ich mit meiner Sony RX100 II in 85% aller Situationen in denen ich fotografiere (hauptsäschlich auf Reisen) und bei 95% meiner Ausgabeformate (Reisefotos, Fotobücher, Fotoabende auf dem heimsichen Fernseher, mal eine Vergrößerung für ein schönes Poster oder einen Leinwanddruck) Dinge produziere, bei denen DSLRs im gleichen Preissegment keinen Vorteil bieten. Nachteile: die physikalischen Grenzen des 1″ Sensors und der kleine Zoombereich. Gäbe es eine bezahlbare und qualitativ hochwertige Vollformat Kompaktkamera mit 16fach Zoom für die Gürteltasche, würde ich diese sofort kaufen. Aber leider gibt es bisher noch nicht einmal unbezahlbare. Sogar im Bridgebereich werden wir da nicht fündig. Aber da kommen wir zu meiner Eingangsfrage: was soll der Spiegel?

    Es gibt inzwischen tolle Kaufberatungen im Netz (mein Favortit: dpreview) oder auch im Zeitschriftnhandel sowie im Fachgeschäft. Aber wenn jemand mich fragt, der 500€ ausgeben möchte: Finger weg von DSLRs, denn bei den Abstrichen die man hier Budgetbereich machen muss, gibt es in den anderen Segmenten bessere Preis-Leistungsverhältnisse. Vollformat für Hobbyfotografen? Halte ich für Irrsinn. Nicht allein aufgrund des Preises – denn Gehaltsklassen sind ja unterschiedlich. Eher aufgrund der Tatsche, dass wohl kaum ein Hobbyfotograf die Zeit aufbringen kann, seine eigenen Fotografiekünste, den Umgang mit der Kamera, RAW Entwicklung etc. so auszuüben, dass er auch nur Ansätze der Kamera ausreizen könnte und dann ist das Geld im Klingelbeutel besser aufgehoben. Aber es soll auch Menschen geben, die Vollformat-DSLR fotografieren, um die vollautomatisch geschossenen JPEGs anschließend stolz auf dem iPad zu präsentieren…

  18. Was bedeutet „besser“? Bauartbedingt wird ein eigenständiger Phasen AF immer schneller sein, als ein auf dem Bild Sensor integrierter (der von der Größe und Lichtempfindlichkeit her einfach beschränkter ist).
    Man darf halt nicht den Fehler machen, eine DSLR mit Mittelklasse Objektiv mit einer Systemkamera und gutem Objektiv zu vergleichen. In Verbindung mit einem L Objektiv nagel ich hinsichtlich Geschwindigkeit und Präzision selbst mit einer „Einsteiger“ Dslr alles an die Wand, was Systemkameras zu bieten haben … einfach mal ein bisschen Hallensport, Fussball oder Eishockey, wenn das Licht nicht gerade ideal ist.

    Dieses besser und schlechter (man will ja auf der Sieger Seite sein, wenn man sein Geld ausgibt) ist eins der beliebtesten marketingspielchen … wobei für den Fotografen eigentlich nur eines wichtig sein sollte :
    das richtige/passende Werkzeug für den jeweiligen Verwendungszweck
    Du machst nix, wo du einen schnellen und präzisen AF auch bei schlechteren Licht benötigst?
    Dann musst du dich nicht um Spiegellos oder mit Spiegel kümmern, dann kannst du auf andere Kriterien achten (z.B. Größe, Gewicht, P/L Verhältniss des Systems, etc)
    Du bist Low Light Fan : KB Format und z.Z. keine Canon (wird Zeit dass die mal wieder einen wirklich neuen Sensor entwickeln)
    oder Freistellungsfetischist …. KB Format (und Brenitzer Methode), weil sich Mittelformatfotografen über Freistellungsversuche von „Vollformat“fotografen genauso amüsieren, wie diese über APS und MFT Fotografen
    Makro, da greif ich doch lieber zu APS oder MFT, System egal
    und so hat jedes Genre seine eigenen Ansprüche hinsichtlich Format, Body und Objektiv

    und für Urlaubsknipser, die maximal Bilder in ein 30*30 Fotobuch ausbelichten … ist es egal, da tuts auch ein modernes Handy ;-}

  19. Viktor

    Hallo Winfried. Ich gebe Dir 100% Zustimmung wenn man den monetären Faktor außen vor lässt. Hier im Beitrag gehe ich davon aus, dass der Vergleich nur für Kameras bis 500 EUR Neuwert inkl. Festbrennweiten Objektiv mit mindestens f2.0 gilt.

  20. Viktor, ich bezog mich auf eher auf die Aussagen von Andreas ;-}
    Meine nächste Kamera wird wohl auch eine Systemkamera sein (aber eher nicht in der hier diskutierten 500€ Klasse)

    Wobei ich vergaß zu erwähnen, daß mein Equipment ganz sicher nicht in der Preisregion eines Kleinwagen angesiedelt ist, übern Strich dürfte ich seit 2005 für DSLR Zeugs um 2000€ ausgegeben haben

    wen es interessiert, mein aktuelles Equipment : http://web57.ws/blog/equipment/

  21. Viktor

    Die Liste sieht mir aber eher nach 20.000 statt 2.000 EUR aus ;)

  22. Okay, das manuelle Altglas habe ich nicht mitgerechnet, aber es ging ja auch eher um aktuelle Kosten in der Digital Zeit und nicht um Kram, den man sich mal in den 80ern zugelegt hat :)
    Abgesehen von der EOS 20D und der EOS 5DII waren alle DSLR Bodys gebraucht (die 20D ergab z.B schon eine halbe gebrauchte 5DI).
    Bei den Objektiven sieht es noch wilder aus, da sind nur das 1.5/80 und das Canon EF 100mm/1:2,8 USM Macro Neuware gewesen.

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