Was ist fotografische Kunst?

Kunst ensteht aus der Unfähigkeit die Welt zu akzeptieren wie sie ist. Das gilt besonders für die Fotografie, der man gerne nachsagt, sie bilde die Dinge ab wie sie sind. ~ Bromoil Photography

Die fotografische Kunst darf also die Realität nicht naturgetreu Abbilden. Der Fotograf als Künstler dürfe demnach nicht nach Perfektion der Abbildung durch die Kamera streben, er müsse eher einen anderen (neuen) Blickwinkel finden, einen, der durch einen schnellen und uninteressierten Blick unentdeckt bliebe.

Die Kunstfotografie darf sich des Stilmittels „Mangels an Perfektion“ bedienen und damit spielen [Schaurige Säume, Photographie 10/2008], der Umkehrschluss dürfe jedoch nicht gelten — mangelnde Perfektion ist eben nicht immer gleich Kunst. Fotografen, die aus jedem missglücktem Bild gleich ein Kunstobjekt erschaffen wollen sind keine Künstler.

Ich bin durch Zufall auf ein Blog von Pascal Renoux gestoßen, dass Portfolios von (vermeintlichen) Fotokünstlern sammelt. Ob die Bilder wirklich alle Kunst sind, sei jedem selbst überlassen. Auf jeden Fall bieten sie einen ganz anderen Blickwinkel / Stil als in den meisten Fotoportalen vertreten.

Heutzutage wird nämlich in der Flut der digitalen Bilder einfach immer mehr Schrott produziert

Eine Fotografie ist ein Monolog ohne Worte…
Wenn Sie nichts zu erzählen hat, dann ist sie einfach langweilig.

4 Kommentare

  1. Hallo,

    Kunst kann die Fotografie sehr wohl sein, aber oft ist sie wirklich nur Abbildung dessen was vor der Kamera gerade ist.

    Man kann Kunst daraus machen – entweder im Vorfeld in der Inszenierung des Bildes oder im Nachhinein mittels EBV.

    Ich mag beides: zum einen die Kunst und zum anderen die so alltäglichen Bilder. Kunst ist Ansichtssache, der eine mag sie der andere nicht.

    LG Susi

  2. admin

    Sind gute Fotos Abbild, Kommentar oder beides?

    Ich erwarte, dass gute Fotos ein Kommentar über das Dargestellte sind. Es gibt objektive Fotografie, aber die ist meist langweilig: Wer alle 15 Sekunden automatisch ein Bild eines Ereignisses aufnimmt, hat am Ende kein gutes Bild. Eine solche Numerik funktioniert nicht, weil das Auge des Bildermachers wichtig ist. Man muss auch seine Meinung rüberbringen und nicht nur schön komponieren. Der Fotograf als Autor ist wichtig. Er soll nicht nur darstellen und registrieren was passiert, sondern zu seinem Sujet eine Meinung entwickeln. Entweder hasst man es oder man liebt es, aber lauwarm ist immer uninteressant.
    [Thomas Hoepker im Interview mit der ZEIT]

  3. Kunst erklärt sich nicht. Ob sich etwas als Kunst erklärt oder nicht ist bedeutungslos. Erst der Betrachter eines Fotos macht die Kunst, in dem er das interpretiert, und in einem Foto hineinlegt, was in ihm selber ist. Wenn jemand meine Fotos ablehnt, weiß ich das ich etwas richtig mache. Schlechte Fotos erzeugen Gleichgültigkeit. Wenn jemand meine Fotos mag, weil sie schön sind, mache ich etwas falsch. Wenn jemand ratlos ist, fasziniert ist, oder sich damit auseinandersetzt, mache ich etwas richtig. Heutzutage meinen viele Hobbyknipser, das nur schöne Fotos gute Fotos sind. Der Fotoapparat als Massenware, mit Automatik und Bearbeitung zum super scharfen Bunt-bild.
    Jenseits von Talent buhlen sie in den Fotocommunitys um Anerkennung und Selbstwertgefühl.
    Gibt es sie noch die Fotografie?
    Ja, man spaziere einfach nur in eine große öffentlichen Bücherei, und schaue nach Foto Bildbänden. Man entdeckt wahre Schätze. Und gerade das bringt einen weiter, weil es den eigenen Intellekt anregt.

  4. Viktor

    Oh ja! Als ich noch Zugriff auf die Uni-Bibliothek hatte, habe ich dort gern und lange in der großen Foto-Kunst Abteilung gestöbert…

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