Aus Neu mach Alt – Der Sepia-Effekt auf Fotografien

Gastbeitrag von Antje Ritter

Das Sepia-Aussehen von Fotografien ist normalerweise eine Alterserscheinung, die sich nach langer Lagerung einstellt. Auf Abzügen analoger Bilder bewirken einfallende UV-Strahlen, dass sich der Farbumfang insgesamt reduziert, die Schwarzanteile werden bräunlich und Weiß eher cremefarben bis gelblich. Diese Abzüge erhalten durch den Charme des Alten eine ganz eigentümlichen Charakter. Auch die Fotografien, die wenig direkte UV-Strahlung abbekommen haben, weisen meist nach 60 Jahren eine Sepia-Tönung auf.

Künstliche Sepia-Effekte

Für jüngere Fotos aber auch für Filme, die in der Sepia-Optik erscheinen sollen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, dies zu verwirklichen. Analoge Bilder, die nachträglich auf Alt gestaltet werden sollen, können mit chemischen Farbbädern behandelt werden, und für Fotos, die bisher nur im digitalen Speicher lagern gibt es technische Lösungen in Bildbearbeitungsprogrammen. Mit der Verwendung von Filtern und Folien für verschiedene Objektive beeinflusst man das Ergebnis schon beim Fotografieren und spart sich die Nachbearbeitung.

Sepia-Optik nachträglich herstellen

Die nachträgliche Bearbeitung der Fotos hat den Vorteil, dass man jederzeit Bilder im Sepia-Look gestalten kann. Bei manchen Motiven entscheidet man erst im Nachhinein, dass sie so eventuell besser wirken. Für Abzüge herkömmlicher Schwarz-Weiß Negativfilme gibt es verschiedene Bäder, die beispielsweise auf Thioharnstoff und Natriumhydroxid basieren. Bilder, die in digitaler Form vorliegen, können mit verschiedenen Programmen am Computer gestaltet werden. Verschieden starke Sepia-Tönungen können einfach probiert und die beste per Vergleich gefunden werden.
Auch gedruckte Bilder können nachträglich mit dem Sepia-Effekt versehen werden. Beim Duplexdruck wird ein Schwarz-Weiß-Bild zusätzlich mit einer zweiten Farbe, einer sogenannten Schmuckfarbe, gedruckt.

Sepia-Effekte beim Fotografieren erzeugen

Mittlerweile haben Fotografen vielerlei technische Möglichkeiten, die Bilder schon beim Fotografieren in einen stimmungsvollen Sepia-Ton zu versetzen. Selbst kompakte Digitalkameras haben einen eingebauten Sepiamodus im Menü. In Fotoreihen können Motive auf der Stelle in Farbe, Schwarz-Weiß oder Sepia festgehalten werden und die beste Variante kann der Fotograf hinterher bestimmen.
Filter und Folien sind das richtige Kamerazubehör, um schon beim Fotografieren alle Einflussfaktoren selbst zu bestimmen. Besonders für analoge Fotografien gilt: Zusammen mit einem Schwarz-Weiß-Film werden die besten Ergebnisse erzielt. Bei der Verwendung von Farbfilmen sollte das Labor vor der Entwicklung auf die angestrebte Tönung hingewiesen werden. Allgemein sollte man leuchtende Farben und Motive vermeiden; beige, hellgrau und weiß sind ideal.

Eine Fotografie ist ein Monolog ohne Worte…
Wenn Sie nichts zu erzählen hat, dann ist sie einfach langweilig.

4 Kommentare

  1. kai

    was für ein Schwachsinn ist denn dass, dass man am besten für den Sephiaeffekt Schwarz-Weiss-Filme benutzt? Wie geht denn das? Schwarz-Weissfilme bleiben schwarz weiss, mit und ohne Filter und bekommen nicht deswegen einen Farbstich.
    Wer keine Ahnung von diesem Thema hat, soll also besser nicht schreiben und vor allem auch nicht ungelesen diese Texte in andere Foren kopieren.

  2. ich kenne mich in der analogen S/W Entwicklung nicht aus, aber es reichte gerade eine 5 minütliche Suche um herauszufinden, dass es für die Sepia Entwicklung von Fotografien bspw. den Classic SPT Sepia Toner gibt.
    Nur soviel dazu.

  3. jetzt muß ich mal einschreiten. ich bin seit 23 jahren selbstständiger fotograf, heute allerdings mit dem fokus auf der 3d fotografie und der erstellung von 360 grad produktfotos und habe in meinem leben schon unzählige stunden in der dunkelkammer verbracht, weiß also genau wovon ich spreche. also- wird im labor schwarz weiß gearbeitet ist es völlig egal, wieviele filter man vor dem objektiv hat oder wie der negativfilm aussieht (auch der farbnegativ-film), denn das sw-fotopapier ist und bleibt schwarz weiß. man kann ohne probleme auch farbnegativ film auf entsprechend hart arbeitendem sw papier vergrößern- es bleibt trotzdem ein schwarz weiß abzug. wenn der sw abzug aber fertig entwickelt, fixiert und gewässert ist kann man ihn sehr wohl mit diversen schwefelbasierten chemikalien tonen. selbst tee oder kaffee können einen (vorher gewässerten) sw abzug braun tonen. in der heutigen digitalfotografie, egal ob einfaches produktfoto oder 360 grad foto sollte man nie den kamerainternen sw modus nutzen sondern immer das gewünschte foto in farbe fotografieren und dann hinterher in der bildbearbeitung erst die umwandlung in ein schwarz weiß foto vornehmen. nun kann man, ganz am schluss der digitalen bildbearbeitung, das einfärben und colorieren/tonen der fotos ganz nach eigenem geschmack vornehmen. bei 360 produktfotos muß man zusätzlich noch aufpassen, dass wirklich alle fotos exakt gleich aussehen, damit in der späteren ansicht alle bildseiten gleich aussehen.

  4. Moment, von Filtern ist hier nur bei der Digitalfotografie die Rede. Und zwar hilft ein Filter hier bei der Optimierung des Workflows, wenn eh das Ergebnis in Sepia sein soll. Ich kann also hier mit einem Sepia Filter gleich das Ergebnis in Sepia bannen (unwiderruflich) ohne einer nachträglichen digitalen Manipulation. Spart manchmal Zeit. Schränkt jedoch die Flexibilität enorm ein.

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