Warum Du bei Portraits mindestens ein 50mm Objektiv benutzen solltest
Du hast bestimmt schon oft gehört, dass Du bei Portraitaufnahmen ein Objektiv mit mindestens 50mm Brennweite benutzen solltest.
Jeder Fotograf und jeder Seminarleiter würde Dir nämlich sagen, dass bei einer Brennweite unter 50mm das Objektiv das Model vor Dir sehr unschön verzeichnet. Die Nase soll angeblich ganz dick werden und zu einer Knolle heranwachsen.
Doch Theorie allein ist schön und gut. Wenn man noch nie ein Vergleich gesehen hat glaubt man nicht wirklich wie stark der Unterschied in der Abbildung zwischen den Brennweiten ist! Die folgenden Fotos (nach dem Klick auf den Link) zeigen ganz deutlich wie stark der Unterschied zwischen den Brennweiten 24, 35, 50 und 100 mm ist! Auf den Fotos ist immer das selbe Model mit dem selben Make-Up zu sehen. Bei >70mm schaut das Model aus, als wäre Sie für ein Cover eines Magazins wunderbar geeignet. Schaut man sich dagegen das Foto bei 24mm an, glaubt man jedoch, sie sei wirklich für kein gutes Foto zu gebrauchen! Der Unterschied ist wirklich gewaltig!
Vergleiche anhand der Fotos selbst und staune, welch einen Unterschied die Brennweiten ausmachen!
Selbsttest

Brennweiten Vergleich beim Portrait
Dabei sieht das Abbild bei 50mm meinem Spiegelbild am ähnlichsten
Nahaufnahme des Gesichts macht misstrauisch
Es gibt noch einen weiteren Grund möglichst größere Brennweiten für Portraits zu benutzen, denn eine Nahaufnahme des Gesichts macht misstrauisch. In einer Studie haben amerikanische Psychologen (Veröffentlichung im Fachmagazin “PLoS One”) herausgefunden, dass Gesichter der Probanden, die aus geringer Nähe fotografiert wurden, als weniger sympathisch und vertrauensvoll angesehen wurden als Gesichter von Portraitierten, die mit einer längeren Brennweite fotografiert wurden!
Wer den persönlichen Abstand unterschreitet, wirkt bedrohlich
Und genau das passiert bei niedrigen Brennweiten. Der Betrachter erkennt unbewusst die Form des Gesichts als diejenige, die erscheint, wenn ein Gesicht zu nah in den eigenen Persönlichkeitsraum eindringt. Das wirkt bedrohend, da wir nur ungern fremde in diesen Raum lassen. Solche Portraits sind dann also zum Scheitern verdammt.
Edit: Weiteres Beispiel
Ich habe hier noch ein wunderbares Beispiel für den Effekt gefunden, schaut euch mal diesen Unterschied an:

Bildquelle und mehr Info: Petapixel
Mike Browne erklärt dazu in seinem Video wunderbar alle Facetten, die ich hier im Beitrag bereits erwähnt habe:

Ein wirklich sehr schöner Vergleich, auch wenn ein paar der Portraits natürlich schon auch vom Licht und Augenaufschlag etwas anders sind. Dennoch, das regt an, mehr auf die Brennweite zu achten!