Stativ oder kein Stativ? — das ist hier die Frage

Ralf-Jürgen von photoappar.at schreibt in Seinem Beitrag über Tips zur scharfen Fotografie, dass sowenn es nur möglich ist, man ein Stativ einsetzen sollte um die volle Schärfe zu bekommen.

Ich hätte ihm bis vor ein paar Tagen voll zugestimmt, weil „alle“ Profis dazu raten, muss aber mittlerweile widersprechen. Tatsache ist (aus meiner Sicht), dass wenn man die Regeln zum Verwacklungsschutz einhält (Belichtungszeit: 1/1,6*Brennweite sek.) und damit nicht unter die Belichtungszeit geht, die man aus der Hand halten kann, wird man in der Schärfe keinen Unterschied merken! Ich sehe zumindest auf meinen Fotos mit 1/125s bei max. 50mm Brennweite keinen Unterschied.

Ein Stativ verwende ich nur noch bei der Produktfotografie. Nämlich genau dann, wenn ich mir sehr viel Zeit bei der Bildauswahl lassen kann. Wenn ich jedoch Menschen vor mir habe, empfinde ich ein Stativ als äußerst störend! Ohne Stativ habe ich viel mehr Freiheit in kurzer Zeit meinen Bildauschnitt zu verändern. Menschen bewegen sich nun mal, und wenn man denen sagt, sie sollen genau so bleiben, wie sie gerade stehen, dann verkrampfen sie sehr oft, so dass sie dann sehr unnatürlich auf dem Foto wirken.


Ein Stativ empfand ich bei der Personenfotografie schon immer als äußerst störend. Allerdings haben mir immer wieder Profis dazu geraten eins zu benutzen. Ich dachte eine Lange Zeit einfach, dass ich mich umstellen muss, dass ich etwas falsch mache, wenn mir schon so viele dazu raten. Bis ich dann einen Fotografen mit wirklich langer Erfahrung und super Referenzen getroffen habe, der über mich köstlich gelacht hat! Er hat mir die Augen geöffnet, dass man eben immer genau das machen soll, was man selber möchte und nicht immer das nachahmen, wozu Andere raten.

Wir haben dann Vergleiche mit und ohne Stativ durchgeführt, und siehe da, die Bilder wurden ohne Stativ wesentlich natürlicher und unverkrampfter. Bei dem letzten Shooting habe ich dann selber festgestellt, dass ich mit einem Stativ dort wirklich nicht weit gekommen wäre.

Eine Fotografie ist ein Monolog ohne Worte…
Wenn Sie nichts zu erzählen hat, dann ist sie einfach langweilig.

1 Kommentar

  1. Ohne Stativ ist man viel flexibler, ja, nicht nur beim Ablichten von Menschen. Ich benutze mittlerweile nur noch für echte Langzeitbelichtungen ein Stativ, alle anderen Motive knipse ich aus der Hand. Lieber eine leichte Unschärfe als eine gar zu statische Bildwirkung, die sich bei Stativ-Nutzung oft einstellt.

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